HECTOR - Nikon Df Nikkor Ai-S 50mm f/1.2 1/4000s ISO 100

 NIKON Df STORY

NIKON Df - ZURÜCK ZU DEN WURZELN


Vor fast sechs Jahren ließ ich das digitale Nikon-System hinter mir. Den Tag bei meinem Fotohändler, an dem ich in ein neues System wechseln wollte, vergesse ich nicht, wurde ich doch noch von einer Nikon-Kamera abgelenkt. Aus Neugierde musste ich mir diese genauer ansehen. Es handelte sich um eine Nikon Df, die unübersehbar und mit magischer Ausstrahlung in einer Vitrine weggeschlossen war. Jedoch sprang damals der Funke der Magie nicht über, zu tief saß wohl die Enttäuschung, die mir eine > Nikon D600 zuvor zugefügt hatte. Aber klar war mir, die Df war eine interessante und außergewöhnliche Kamera.

 

Irgendwann bin ich bei Recherchen erneut der Nikon Df begegnet und ein deutlich gefallener Preis führte mich in Versuchung. Tage später direkt bei Nikon in Düsseldorf bestellt, bei Fotohändlern war die Df ja nicht mehr zu finden. Kam schon am nächsten Tag per Express-Lieferung aus dem Zentraldepot für Europa.


Es vergingen dann noch mehrere Tag mit ihr, bis ich überzeugt war. Es gab sie auch in schwarzer Ausführung und grundsätzlich ist schwarz ja mein Favorit. Aber es war wie verhext, die silberne hatte mich in ihren Bann gezogen, und so blieb sie bei mir.


Die noch vorhandenen Ai-S-Nikkore 55mm f/2.8 und 50mm f/1.2 aus den Tagen mit analogen Nikon-Filmkameras hatte ich ja noch und die passen wunderbar zu ihr.

Nikon Df
ACHILLES - Nikon Df Nikkor Ai-S 50mm f/1.2 1/4000s ISO 100

Aus Liebe und Ihrer Magie wegen


Wenn sie meine bisherigen Beiträge über die ein oder andere Kamera gelesen haben, werden Sie feststellen, dass auch bei mir Emotionen eine große Rolle spielen. Ob Sie es glauben oder nicht, in mir steckt etwas, das mich emotional mit meiner Kamera verbindet.


Aus pragmatischen Überlegungen hätte ich die Df vielleicht nicht kaufen sollen. Vielleicht könnte die Df als Werkzeug besser sein, aber dies hat mich von meiner Entscheidung nicht abgehalten. Dabei ist mir bewusst, dass Emotionen eines der Merkmale sind, auf die auch das Marketing abzielt. Nikon möchte halt, dass eine emotionale Reaktion auf die Df entsteht.


Bei der Kritik, die zu dieser Kamera geschrieben wurde und die ich auch gelesen habe, kann man davon ausgehen, dass einige Leute die Df trotzdem kaufen. Andere hingegen werden sie meiden und ja, beide Seiten könnten sich dabei irren!


Ich denke, die Df ist nicht perfekt, aber irgendwo in der Nähe davon. Für meine persönlichen fotografischen Vorlieben funktioniert es. Es gibt definitiv ein paar Dinge, die ich mir anders gewünscht hätte, aber das kann ich eigentlich über jede Kamera sagen, mit der ich jemals fotografiert habe.


Es ist eine Freude, mit der Df zu fotografieren, sie hat eine bessere Bildqualität als viele meiner Verflossenen und zugegeben, ich liebe ihr etwas prähistorisches Aussehen. Die Df passt zB auch perfekt zu meinem > Nikkor 50mm f1.2, was nach meinem Dafürhalten eines der besten 50mm Nikon-Objektive ist, mit einem der cremigsten Bokehs, die ich je gesehen habe.  


Ich habe gelesen, die Df wäre eine Kamera, die wir aus Liebe und ihrer Magie wegen besitzen und nicht um der Logik willen. Wir kaufen sie mit unserem Herzen und nicht mit unserem Verstand. Wer sich als Fotokünstler versteht, der möchte die DF, wer aber ein Computerfreak ist, bevorzugt eine moderne Digitalkamera.

Es gibt Menschen, die sie lieben, die sie nicht mögen und solche, die einfach nicht wissen, was sie mit ihr anfangen sollen 


Bei ihrem Start war die Nikon Df eine Überraschung und die bezog sich hauptsächlich auf das Design. Ein Design, welches an Nikons alte Spiegelreflexkameras erinnert. Jedoch ohne wirklich geschwungene Linien auf dem Prisma, dafür mit reichlich Einstell- und Wahlräder im Retro-Stil vor allem auf der Oberseite der Kamera. Das Design der Df gefällt mir persönlich, andere werden es nicht mögen. Mit den heutigen kurvenreichen Nikon DSLR-Gehäusedesigns ist sie sicherlich nicht vergleichbar. Die Df ist vielmehr eine Verschmelzung von Designs wie der analogen F2 und F3. Gleiches gilt auch für den großen Sucher und die vielfach vorhandenen Tasten, Rädchen und Hebelchen. Die Buchse für den Blitz-Synchronanschluss ist sogar mit einem dieser kleinen Deckelchen gesichert, das mir in der analogen Film-Ära immer wieder verloren ging und ich beim Fotohändler um Ersatz bitten musste.


Wie auch immer, das schicke nostalgische Design gilt jedoch nur für die Vorder- und Oberseite der Df. Die linke Seite und die Rückseite sind eindeutig eine moderne Nikon DSLR.


Die Df versucht uns mit einem Retro-Gehäuse-Stil in die Vergangenheit zurückzuversetzen. Schaut also aus wie ein älterer Klassiker, aber unter der Motorhaube steckt einer mit der besten Sensoren, die es zu der Zeit gab, als die Df das Licht der Welt erblickte.


Vieles am Gehäuse ist Metall wie die obere Platte und das Pentaprisendach. Die oberen Wählräder, Knöpfe und Hebel sind aus graviertem, teilweise gerändeltem Metall. Rückseite und Bodenplatte bestehen ebenfalls aus Metall. Der Akkufachdeckel ist aus Kunststoff.

An der vorderen Seite der Kamera befindet sich ein vertikal ausgerichtetes und nicht leichtgängiges Einstellrad direkt unter dem Auslöser. Benutze ich (noch) nicht. Blende stelle ich direkt am Blendenring meines Nikkor ein.


Ebenfalls auf der Vorderseite befindet sich eine Kontrollleuchte für den Selbstauslöser, jedoch kein Autofokus-Hilfslicht. Kein Thema, hab eh nur manuelle Ai-S-Linsen im Einsatz.


Der Verzicht auf die Videofunktion bei einer Fotokamera geht für mich voll in Ordnung. Für seltene spontane Aufnahmen reicht mir mein Smartphone.


Auf der Kamerarückseite sieht man so etwas wie eine leicht überarbeitete Nikon DSLR mit einem 3,2"-LCD hinter gehärtetem Glas, was das Fehlen eines Plastikschutzes erklärt. Ansonsten die weiteren üblichen Tastenverdächtigen eines Nikon-Consumer-Style-Gehäuses mit einer zusätzlichen AF-On-Taste von den Pro-Gehäusen. Die Buttons für die Funktion "Karte formatieren" fehlen meiner Meinung nach. Der nicht vorhandene energiehungrige Blitz hab ich im Grunde nie gebraucht und wahrscheinlich werde ich das auch nie.


Das Okular ist der kreisförmige Typ, der bei den Pro-Kameras verwendet wird, jedoch ohne einen Okularverschluss. Glücklicherweise hat Nikon die Augenmuschel sehr dünn gemacht, sodass ich als Brillenträger den gesamten Bildbereich und das darunter befindliche Informationsdisplay sehen kann.


Auf der linken Seite - wenn man die Kamera zum Fotografieren in der Hand hält - befinden sich drei Türklappen, jeweils eine für USB, HDMI und Fernbedienung.


Auf der gegenüberliegenden rechten Seite sucht man vergeblich ein Kartenfach. Das SD-Kartenfach befindet sich vielmehr unten am Boden im Akku-Fach, das ganz klassisch jedoch etwas unpraktisch mit einem Drehriegel gesichert ist. Das ich an die SD-Karte nur über das Akkufach drankomme, ist für mich im Grunde nicht entscheidend.


Im Batteriefach befindet sich eine EN-EL14a Batterie. Hierbei handelt es sich um eine Variante des Akkus, der in den neuesten Nikon-DSLRs verwendet wird, mit etwas mehr Power zudem schlank und leicht. Die Akkulaufzeit ist gefühlt sehr lange. Bei der Olympus OM-D E-M1 und der Sony A7II musste ich schon öfter den Akku tauschen und bin nie ohne zweiten Akku unterwegs gewesen.


Nervig können die beiden vorne angebrachten Gurtösen sein. Die massive Kamera und ein altes Nikkor um den Hals sind mir zu schwer. Darum nutze ich eine robuste und komfortable Handschlaufe. Ansonsten bei Nichtgebrauch ab in eine kompakte Schultertasche, die zuvor Hort für eine PEN war.

INSIDE THE OASIS OF MR. HENSON - Nikon Df Nikkor Ai-S 55mm f/2.8 1/320s ISO 100


NIKKOR Ai-S

50mm f/1.2

INSIDE THE OASIS OF MR. HENSEN - Nikon Df Nikkor Ai-S 50mm f/1.2 1/3200s ISO 100

Verwendung älterer Nikon Objektive


Das Besondere an der Nikon Df ist, dass sich an dieser Kamera nahezu jedes seit 1959 produziertes F-Mount-Objektiv verwenden lässt, Nikon hat dafür gesorgt, dass es funktioniert. Wenn man ältere Nikkore verwendet, kann man die Daten zum Objektiv manuell im Systemmenü hinterlegen und bei Bedarf später aufrufen. Bei Ai-S-Objektive werden deren Brennweite und Blende eingeben und eine Taste zum Aufrufen der Objektive programmiert. Auf diese Weise bleiben die Exif-Daten erhalten. Ich werde übrigens versuchen auch weiterhin Autofokus-Objektive aus Kunststoff zu vermeiden, einfach der Magie willen.


Die Df hat einen Live View, den ich zwar ausprobiert, aber bisher selten bis gar nicht verwende. Beim manuellen Scharfstellen ist nach meinen Erfahrungen die Verwendung einer > Nikon DK-17M Sucherlupe eine absolute Empfehlung. Für mich gibt es keine Probleme mehr beim manuellen Fokussieren.


Die Df wurde entwickelt, um auf eine bestimmte Weise zu fotografieren. Die Frage ist nur, ob man es mag oder nicht. Oder anders ausgedrückt: Ob man das langsamere, methodischere Handling einer analogen Film-Kamera dem optimierten Handling aktueller DSLR-Kameras vorzieht. Für denjenigen, der das Motiv durch den Sucher betrachtet und mit dem Finger auf den Auslöser auf der Lauer liegt, kann gezwungen sein, von den sonst von anderen DSLR üblichen blitzschnellen Einstellungsänderungen zu einem sehr bewussten Aufnahmestil überzugehen. Absichtlich und langsam zu fotografieren ist wahrscheinlich in Ordnung, wenn die Df die einzige Nikon-Kamera ist mit der man fotografiert. Es kann aber definitiv ein Problem für denjenigen sein, der ein oder mehrere Nikon-Gehäuse verwendet und dessen Finger darauf trainiert sind, Funktionen zu finden und einzustellen.


Es wird also passieren, dass ein Teil der Leute die Df-Steuerelemente lieben und die eine andere Nikon-Kamera verwenden, sie nicht mögen. Das ist nicht das Ende der Welt. Einige werden es tatsächlich genießen, die 1970er und 1980er Jahre zu erleben, und eine noch kleinere Gruppe, weiß zum Teufel nicht, was gemeint ist.

INSIDE THE OASIS OF MR. HENSEN - Nikon Df Nikkor Ai-S 50mm f/1.2 1/4000s ISO 100

Auch das ist nicht das Ende der Welt und viele Leute, einschließlich meiner Person, werden mit dem Df fotografieren. Aber ich wage die Vermutung anzustellen, dass der Grund, warum die Mehrheit dies tut, nicht in den verriegelnden Wählräder oder einem eckigen Prisma liegt, sondern in der Leistung der Kamera, insbesondere des Sensors. Trotzdem wette ich, dass sich das Hauptthema, ob ein Df gekauft wurde oder nicht, um die Achse zwischen Handling und Sensor-Leistung dreht. Der Df ist ein Leben voller Kontroversen beschieden, denke ich. Ich bin mir sicher, dass es solche geben wird, denen die Handhabung wie mir gefällt.


Das Schöne am Sensor mit seinen effektiven 16-Megapixel ist, dass die Dateigröße im Gegensatz zu vielen andere Sensoren nicht bis ganz in die Stratosphäre reicht. Das bedeutet bei meinen bevorzugten Einstellungen 8 MB für ein JPEG Fine und für ein für mich unverzichtbares NEF (RAW) 14 Bit nicht komprimiert 34 MB. Eine 64 GB Speicherkarte SDHC I ist da schon sehr geräumig und recht flott in der Bearbeitung. Es gibt also keinen Grund, warum man sich bei der DF über die Kartengeschwindigkeit beschweren muss. Optimieren geht nur noch, indem man in weit schnellere Karten investiert. Klar ist, dass SD-Karten nicht ganz so schnell sind, wie die schnellsten CompactFlash-Karten und nicht einmal in der Nähe von XQD-Karten kommen. Alles, was ich damit sagen möchte ist, dass die DF mit schnellen SD-Karten auf eine sehr respektable und vollkommen ausreichende Schreibgeschwindigkeit kommt.

INSIDE THE OASIS OF MR. HENSEN - Nikon Df Nikkor Ai-S 50mm f/1.2 1/4000s ISO 100

Königin des schlechten Lichts 


Bei der Bildqualität erwartet uns eine überaus angenehme Überraschung. Es gibt keine dramatischen Veränderungen in der Abbildungsleistung der Df gegenüber der D4, da der Sensor in beiden Kameramodellen der gleiche ist. Anders ausgedrückt, wem die Bildqualität der D4 gefällt, dem sollte auch die Bildqualität der Df gefallen. Habe selber keine D4 und vertraue in diesem Punkt glaubwürdigen Berichten. Insgesamt entschädigt die Bildqualität für manches Manko, was bei der Df zu entdecken ist. Aufgrund der exzellenten High-ISO-Fähigkeiten wurde die Df von DxOMark gar zur Königin des schlechten Lichts gesalbt. Die Df lacht also buchstäblich über schlechte Lichtverhältnisse und spuckt bei hoher ISO-Empfindlichkeit richtig farbenfrohe und detailreiche Bilder aus. Okay, sie ist eine Königin der Nacht.

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Df hat viel zu bieten


Zugegeben die Df ist eine schwierige Kamera, um eine solide Meinung zu bekommen - und sie lebt in Nachbarschaft von sehr potenten DSLR und neuerdings auch spiegellosen.....


Wie eingangs bereits erwähnt, zwingt uns Nikon, mehr eine emotionalere Wahl zu treffen als eine rationale. Wenn man den 16-Megapixel-Sensor wirklich in einem erschwinglichen Gehäuse haben will, ist man emotional an den Sensor gebunden und es werden alle anderen Änderungen in Kauf genommen, die Nikon an der Df vorgenommen hat. Wenn man wirklich ein Gehäuse im Stil einer alten Spiegelreflexkamera haben möchten, ist man emotional an all diese Dreh- und Schalträdchen gebunden, und die restlichen Designentscheidungen müssen nur gut sein.


Leider zahlt man für die Df mit echtem Geld und davon bis vor kurzem noch nicht wenig. Die Df war und ist eine Kamera für Liebhaber und entsprechend der Liebhaberpreis.


Dafür hat die Df aber viel zu bieten. Der Sensor ist fantastisch, die Verarbeitungsqualität ist sehr gut, der helle Sucher hat eine wenn auch subtile Verbesserung für manuelles Fokussieren, verfügt über alle Bedienelemente, und es handelt sich in keinen Fall um einen Schlapphut in Punkto Leistung.


Ich denke, die Df-Entscheidung lief auf eines von zwei Dingen hinaus: Entweder möchte man den großartigen Sensor zu einem guten Preis oder man bevorzugt das Handling einer analogen Kamera und hat nichts dagegen, dass diese eine langsamere, kontrolliertere Aufnahmemethode vorschreibt.

INSIDE THE OASIS OF MR. HENSON - Nikon Df Nikkor Ai-S 55mm f/2.8 1/400s ISO 100

Für mich ist die Df derzeit die Nummer 1 und eine großartige Kamera. Mit diesem Sensor stelle ich gerne auf ISO 100 (Wählrad) und auf Auto ISO 6.400 oder auch das doppelte davon, alles mit einer längsten Belichtungszeit von 1/125s (Menü). Damit lässt die Df den Fotografen recht sorglos mit hohen ISO-Zahlen umgehen und schenkt ihnen viel Spielraum das Motiv umzusetzen. Der interne Rohdaten-Konverter bietet zudem gute Möglichkeiten direkt Hand anzulegen.


Meine Aufnahmen entstehen vorzugsweise mit Zeitautomatik (A), also mit Blendenvorwahl am Blendenring meiner im Menü vordefinierten Ai-S-Nikkore. Belichtungskorrekturen sind selten erforderlich.


Während Nikon eine Kamera auf den Markt gebracht hat, die für einige attraktiv sein wird, glaube ich nicht, dass sie tatsächlich die Kamera hergestellt haben, von der viele Exemplare verkauft und hohe Gewinne generiert werden. Die Df wurde also nicht in hohen Stückzahlen produziert und es wunderte mich nicht, dass im Spätsommer 2019 noch nagelneue Exemplare zum Vorzugspreis direkt bei Nikon erhältlich sind.


Die Frage bleibt, ob man heute noch in Betracht zieht, eine Df zu besitzen. Wer die alte Benutzeroberfläche der Film-Ära zurückhaben möchte und vor allem noch manuelle Nikkore sein eigen nennt, für den lohnt es sich. Die Df könnte alles sein, was man braucht. Die anderen haben eine viel schwierigere Entscheidung zu treffen.


Die Nikon Df ist eine Hommage an die Vergangenheit, mit einem sexy Retro-Design, vielen Schaltern und Wählscheiben zum direkt einstellen und der Kompatibilität mit Linsen, die auf die Zeit zurückgehen, in der es noch keinen Autofokus gab.

INSIDE THE OASIS OF MR. HENSEN - Nikon Df Nikkor Ai-S 50mm f/1.2 1/4000s ISO 100

DK-17M Sucherlupe Kurzfassung 


Bei der manuellen Fokussierung mit älteren Nikkor-Objektiven begeistert Nikons 1,2x-Sucherlupe mit der Bezeichnung DK-17M. Die Verwendung der Sucherlupe mit einer 20% Vergrößerung lässt alles sofort größer erscheinen und alles ist klarer zu erkennen. Zudem ist die DK-17M handlich und lässt sich schnell auszutauschen.


Was ist die DK-17M und was macht sie? 


Grundsätzlich kann man die Sucherlupe an allen professionellen Kamera von Nikon verwenden. Dabei wird das Okular auf dem Sucher durch die DK-17M ersetzt. Dies hat keine Auswirkung auf die Leistung der Kamera, es ermöglicht lediglich, alles näher, klarer und besser zu sehen. Der Unterschied ist überraschend groß. Mit der 20%-Vergrößerung ist das Fokussieren viel einfacher, insbesondere wenn man Objektive mit manueller Fokussierung verwendet.


In der Praxis 


Die Live View-Option der Df bietet zwar die Möglichkeit, einen perfekten Fokus zu erzielen, ist jedoch bei vielen Motiven keine praktische Option zum Fotografieren. Zudem bin ich es seit vielen Jahren gewöhnt, meine Aufnahmen im Sucher zu komponieren, sodass es für mich mit Live View auf dem Monitor einfach nicht funktioniert.


Die Montage der DK-17M an der Kamera ist kinderleicht. Man muss lediglich das werkseitig installierte Okular abschrauben, indem man das Gummiteil gegen den Uhrzeigersinn dreht, bis es sich löst und dann die DK-17M durch Drehen im Uhrzeigersinn einschraubt.


Da die DK-17M die 1,2-fache Vergrößerung nur mit einem etwas dickeren Glas erzielt, steht das Okular im Vergleich zum normalen Okular etwas hervor. Das empfinde ich aber überhaupt nicht störend.

INSIDE THE OASIS OF MR. HENSEN - Nikon Df Nikkor Ai-S 50mm f/1.2 1/4000s ISO 100

Optische Qualität


Die optische Qualität des DK-17M ist höchst erstaunlich. Ich habe die Nikon Df mit und ohne DK-17M-Okular verwendet und kann ehrlich gesagt keinen Qualitätsunterschied feststellen.


Option Nikon DK-19


Wenn man den Sucher noch besser genießen möchte, so lässt sich das DK-17M mit einer DK-19 Gummi-Augenmuschel kombinieren. Die verhindert, dass Licht auf die Augen und in den Sucher gelangt. Das DK-19 wird direkt über der DK-17M angebracht und funktioniert zauberhaft. Man kann sich noch besser auf sein Motiv konzentrieren ohne von Seitenlicht abgelenkt zu werden. Das Anbringen des DK-19 ist ebenfalls recht einfach.


Ihr Geld wert


Man tut seinen Augen und seiner Arbeitsmethode mit beiden Teilen einen Gefallen und beide sind Ihr Geld wert. Ein Blick durch den Sucher genügt, um überzeugt zu sein. Auch ändert sich durch die zusätzliche Vergrößerung die Größe des Sucherfeldes nicht. Wenn man wie ich Objektive mit manueller Fokussierung verwendet ist die DK-17M fast ein Muss, da sie auf jeden Fall die Fokussierung der Motive erleichtert. Und wenn Sie sich auf Ihr Motiv konzentrieren möchten, ohne vom Seitenlicht abgelenkt zu werden, sollte man auch die Gummi-Augenmuschel DK-19 anbringen.

INSIDE THE OASIS OF MR. HENSEN - Nikon Df Nikkor Ai-S 50mm f/1.2 1/3200s ISO 100

Zu guter Letzt


An der Df verwende ich einen sogenannten Softauslöser, der nicht nur cool aussieht, sondern auch eine bessere Haptik und eine verwacklungsfreie Betätigung des Auslösers bieten soll. Gegenteiligeres kann ich nicht berichten, er ist sehr angenehm mit guten Kontakt der Fingerkuppe zum Auslöser. Der AR-11 lässt sich einfach in das Drahtauslösergewinde am Auslöser einschrauben.