DIECK VERLAG

TARZAN BEI DIECK & CO


Nach schwierigen Verhandlungen war es so weit: Für Tarzan konnte in Deutschland endlich ein Verleger gefunden werden. Und so erschienen im Frühjahr 1924 die Tarzan-Abenteuer erstmals auch in deutscher Sprache. Die entsprechenden Rechte hat sich der Stuttgarter Verleger Carl Dieck gesichert. Die Deutsche Erstveröffentlichung trägt den Titel TARZAN BEI DEN AFFEN. Die Übersetzung stammt von Tony Kellen und das farbige Einbandbild von Willy Planck. Hergestellt in Halbleinen, Hardcover und Format 19,5 x 14 cm. Für erste Auflagen des Titels Tarzan bei den Affen gab es zu Repräsentationszecken sogar einen farbigen Schutzumschlag.

1924

Deutsche Erstausgabe

1924

Deutsche Erstausgabe

1924

Deutsche Erstausgabe

1924

Deutsche Erstausgabe 

1925

Deutsche Erstausgabe

1926

Deutsche Erstausgabe

1926

Deutsche Erstausgabe 

1927

Deutsche Erstausgabe

Die literarische Karriere des Dschungelhelden hat auf dem deutschen Buchmarkt ein Abenteuer der ganz besonderen Art erlebt. So sollte sich Tarzan in den Jahren 1924 bis 1927 mit beachtlichen Auflagen zunächst als ein Verkaufserfolg erweisen. In der Erzählung > TARZAN DER UNGEZÄHMTE beschreibt Edgar Rice Burroughs die Deutschen aber als gewissenlose und grausame Kolonialisten und sorgt damit für überaus kritische Pressekampagnen sowie Hetzschriften und infolgedessen für stark rückläufigen Absatz. Der Autor und sein deutscher Verleger Carl Dieck versuchen zwar alles, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken - zu spät. Nach nur drei Jahren sollte der Dieck-Verlag in Stuttgart mit dem achten Band seine Tarzan-Reihe notgedrungen einstellen. Die kritischen und inhaltlich verknüpften Titeln > TARZAN DER UNGEZÄHMTE und > TARZAN DER SCHRECKLICHE wurden bei Dieck übersprungen.

APPENDIX

In den 1920er-Jahren wurde in der deutschen Literatur, vor allem die sowohl an Titelzahl als auch durch Auflagenhöhe immer größere Flut der sogenannten Trivialliteratur, zur Zielscheibe des Spottes von Parodisten. Die nachfolgend aufgezeigten Veröffentlichungen waren dann in Deutschland die Höhepunkte einer Anti-Tarzan-Kampagne.

Reproduktion der Cover-Illustration | Original Fritz Witterling von 1924

1924

Stephenson Verlag

Und eines Tages bestieg Tarzan die Yacht, die fahrbereit im Hafen lag, um ihn nach seiner Heimat zurückzubringen. Sein ganzes Gepäck bestand aus einigen Waffen, aus einer Anzahl von Büchern und einer großen Menge Schreibmaterial – – – Nun fing er an, seine Gedanken niederzuschreiben und seine Lebensgeschichte ausführlich aufzuzeichnen – – –

2017

John Clayton

Den Anfang machte das Buch von Stefan Sorel mit dem Titel 'TARZAN HAT GETRÄUMT - DIE TARZAN-PARODIE'. Ein im Grunde amüsant zu lesendes Buch, in dem der rechtskonservative Schriftsteller und Verleger CARL STEPHENSON unter dem Pseudonym Stefan Sorel schildert, dass Tarzan seine sämtlichen Abenteuer nur träumte, diese Burroughs schilderte und der sie dann zu Papier brachte. Bis zu den Ereignissen des Zusammentreffens Tarzans mit der von Meuterern ausgesetzten Gruppe um Professor Porter und dessen Tochter Jane, entsprechen Sorels Ausführungen inhaltlich noch Burroughs erstem Buch bzw. verweist er auf dessen Inhalt. Danach schildert er seine eigene Version von Tarzans Erlebnissen. So fährt der Affenmensch sofort mit den Porters nach Amerika und bleibt nicht mit d'Arnot in Afrika. In den USA lernt Tarzan die Errungenschaften der Zivilisation kennen. Auf Grund seiner Naivität und Unkenntnis verhält sich Tarzan wie ein Tölpel und die Entwicklungen nehmen tragische Formen an. Der Urwaldheld kann den Versuchungen nicht widerstehen. Tarzan verfällt der sinnlichen Lola, wird zum Drogenabhängigen und landet schließlich in einem Zirkus, wo er Kunststücke vorführt. Bald ist er aber auch dazu nicht mehr in der Lage. Ein alter Freund kommt ihm noch rechtzeitig zur Hilfe, nimmt sich seiner an und schickt ihn zurück nach Afrika. Die unberührte Natur lässt Tarzan wieder gesunden, er schreibt seine Lebensgeschichte auf und verschwindet letztlich auf Nimmerwiedersehen im Dschungel.

1925

Stephenson Verlag

Im Jahr 1925 erscheint Stephensons zweites Buch, dieses eine Hetzschrift mit dem Titel TARZAN DER DEUTSCHENFRESSER - Eine Studie über Völkerverhetzung. In dem noch nicht übersetzten Burroughs-Roman TARZAN THE UNTAMED sind die Deutschen die Bösen und es gibt eine brisante Szene darin: Ein deutscher Major namens Fritz Schneider wird den Löwen zum Fraß vorgeworfen. Eine Welle zorniger deutschnationaler Angriffe auf Burroughs bricht los. Mit seinem Schmierwerk würde er die Deutschen beleidigen und verleumde ein besiegtes und gedemütigtes Volk. Die Papiermühlen des Stuttgarter Dieck-Verlages hatten bis dahin satte Aufträge und eine halbe Million Exemplare unters Volk gebracht. Aber nach Sorels Pamphlet verschwindet Tarzan aus deutschen Buchhandlungen und die Verkaufszahlen fallen bis Sommer 1925 gegen Null.

1925

Verlag Carl Dieck & Co

EINE MARS-PRINZESSIN - 43 Millionen Meilen von der Erde

Die 1. Ausgabe erschien im Jahr 1925 beim Carl Dieck & Co Verlag in Stuttgart. Die Übersetzung stammt von Alfred Dieck. Die Deckelillustration schuf der bekannte Maler Professor Ludwig Hohlwein. Es sollte die einzige Ausgabe einer Mars-Geschichte bei Dieck bleiben. Eine Folge der weiter oben geschilderten Ereignisse.

SALOMO FRIEDLAENDERs TARZANIADE - Parodie von Mynona - erschien also zur ungünstigsten Zeit, Anfang Oktober 1924. Durch Sorels Hetzschrift und der Zeitungsberichte war der Verkauf der Tarzan-Bände des Dieck-Verlages vollkommen unterbunden und auch die Parodie ließ sich nicht mehr an den Mann bringen. Friedlaender schrieb seine Parodie unter dem Pseudonym Mynona (‚Anonym‘ rückwärts gelesen) und verspottet darin die beliebten Tarzan-Bücher. Die TARZANIADE erschien im Verlag der Tageblatt-Buchhandlung Hannover. Bei der Aufmachung vermutet man eher ein Wegwerf-Taschenbuch aus einer Bahnhofsbuchhandlung. Es war ein Pappband mit Kirschzeichnung von dem zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten Heiner Dikreiter.

1924

Verlag der Tageblatt- Buchhandlung

PEGASUS VERLAG

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